Strategische Unternehmenskommunikation: Die Zukunft erfolgreich gestalten

Strategische Unternehmenskommunikation: Die Zukunft erfolgreich gestalten

FutureBooth-AFG
Im Rahmen einer gemeinsamen Netzwerk-Veranstaltung hatten wir die Möglichkeit mit Dodo Vögler, Mitgründerin des Ellery Studio, zu sprechen. Im Interview berichtet sie darüber, wie die Future Booth entstanden ist. Sie ist ein interaktives, strategisches Tool für Change-Management, Innovationsprozesse und strategische Vorausschau um Zukunftsszenarien sichtbar und erlebbar zu machen. Mit der Future Booth wird Zukunft nicht nur gedacht, sondern kommuniziert – für eine strategisch kluge, transparente und wirksame Veränderungsgestaltung.

Liebe Dodo, beim Abend voller Zukunft – wie er im Rückblick der Advanced Foresight Group eindrucksvoll dokumentiert wurde – kam eure Future Booth in der Gruppenarbeit zum Einsatz. Während die Teams an ihren Missionen tüftelten, wurden ihre Zukunftsvisionen in beeindruckenden Bildern lebendig. Egal ob das Leben in Unterwasserwelten oder dem Überleben in Berglandschaften.

Kannst du uns erzählen, wie die interdisziplinäre Verbindung von Design, Technologie und Futures Research zur Entwicklung der Future Booth geführt hat?

Dodo Vögler: Sehr gerne! Die Idee zur Future Booth entstand, als wir bei Ellery Studio merkten, dass Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Zukunftsvisionen konkret und visuell darzustellen. Wir wollten ein Tool entwickeln, das abstrakte Ideen in lebendige, emotionale Bilder übersetzt. Die Visualisierung sollte gemeinsam durch einen Interaktionsprozess entstehen. Die Future Booth ist also ein Instrument.

Was unterscheidet die Future Booth von herkömmlichen Visualisierungstools – insbesondere in Bezug auf die gestalterische Interaktivität und den Einsatz von Augmented Reality?

Dodo: Die Future Booth geht weit über reine Visualisierung hinaus. Je nach gewähltem Format, kann die Interaktion so geführt werden, dass erste visuelle Stimmungsbilder generiert werden. Der interaktive Ansatz erlaubt es die Ideen in Echtzeit zu erfasst und in dynamische, visuelle Konzepte zu verwandeln. Diese erarbeiteten Zukunftsbilder fungieren als strategische Orientierungshilfe, die Trends und Marktveränderungen berücksichtigt und Szenarien erlebbar macht.

Welche konkreten Einsatzmöglichkeiten siehst du für die Future Booth in Workshops und kreativen Prozessen?

Dodo: Die Future Booth dient als visueller Katalysator in verschiedensten Settings. Wir selbst von Ellery Studio begleiten diese Interaktionsprozesse. Bei Veranstaltungen wie Konferenzen und Firmenfeiern zum Beispiel visualisieren wir live 1:1-Gespräche, sodass Teilnehmende ihr persönliches Zukunftsbild als bleibenden Impuls mitnehmen. In Workshops wie „Foresight 101“ unterstützen wir Teams mit der Future Booth mithilfe von Worldbuilding-Techniken klare und inspirierende Zielbilder zu entwickeln.
Reflexion ist von großer Bedeutung. Durch den Vergleich von „vorher/nachher“-Zuständen sowie der Ausgestaltung von Szenarien werden Organisationsvisionen erlebbar gemacht.

Inwiefern trägt der Einsatz von Futures Research Methoden dazu bei, dass die Future Booth nicht nur technisch überzeugt, sondern auch ein kulturelles und strategisches Statement setzt?

Dodo: Futures Research Methoden fließen zentral in unsere Arbeit ein. Je nach Format nutzen wir den Prozess der geführten Interaktion um bei Prozessen wie der Szenario-Planung und der Visualisierung von Zukünften durch erlebbare Trendlandschaften zu unterstützen.
Die Methoden ermöglichen es uns, zukünftige Entwicklungen zu fundieren, damit auch Unsicherheiten im Prozess mit abgebildet und diskutiert werden. Wir wollen Reibung erzeugen.

Abschließend: Wie lange hat die Entwicklung vom ersten Prototyp bis zum finalen Produkt gedauert?

Dodo: Die Entwicklung erstreckte sich über einige Jahre, in denen durch intensives Testen und iterative Verbesserungen sowohl technische als auch gestalterische Aspekte perfektioniert wurden. Der Anfangspunkt lag in der Teilnahme an den Fridays for Future-Demonstrationen 2019, bei denen anstelle von KI-Visualisierungen noch analoge Graphic Recordings erstellt wurden. Mit Beginn der Corona-Pandemie verlagerte sich das Projekt in den digitalen Raum. Seit 2023 kommen KI-Visualisierungen zum Einsatz. Mittlerweile wurde das Angebot auf erweiterte Workshop-Formate ausgeweitet – es ist jetzt die Future Booth 4.0. Während dieses Entwicklungsprozesses gab es auch Rückschläge, die jedoch als Lernchancen genutzt wurden. Bei Ellery Studio steht stets im Vordergrund, gewonnenes Erfahrungswissen zu bündeln und effektiv einzusetzen.

Welche Weiterentwicklungen plant ihr in Zukunft?

Dodo: Für die Zukunft planen wir, verstärkt auch Bewegtbilder mit einzusetzen. Bewegtbilder ermöglichen es, komplexe Inhalte anschaulich und emotional ansprechend zu vermitteln, was die Effektivität unserer Kommunikationsstrategien erhöht.
Darüber hinaus zielt Ellery Studio darauf ab, Workshop-Formate zu erweitern, die es den Teilnehmern ermöglichen, sich intensiver mit zukünftigen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Durch die Anwendung von Futures Literacy-Methoden können Führungskräfte und Mitarbeiter ihre Fähigkeit stärken, zukünftige Herausforderungen zu antizipieren und innovative Lösungen zu entwickeln. Solche Workshops fördern die kollektive Intelligenz und erhöhen die Anpassungsfähigkeit von Organisationen in einem sich ständig wandelnden Umfeld.

Mehr zu Dodo Vögler und der Future Booth

Dodo Vögler ist Mitgründerin des Ellery Studio und Leiterin des Bereichs Foresight und Partizipation sowie Mitinitiatorin der Plattform ‚zukunftsforscherin.de‘ und des ‚Speculative Futures: Berlin‘-Forums. Als Vertretungsprofessorin an der HfG Schwäbisch Gmünd (2021-2024) arbeitete sie an der Schnittstelle von Zukunftsforschung und Zukunftsgestaltung.
Für ihre Arbeiten und Initiativen wurde sie bereits mehrfach national und international ausgezeichnet, unter anderem mit dem wissenschaftlichen Nachwuchspreis der Zukunftsforschung, dem Malofiej International Infographics Award, dem dpa-infographic award, dem European Design Award oder dem ADC Award.
André Winzer
Formeller Kopf, aber im Allgemeinen lieber kopflos, stürzt er sich in neue Herausforderungen. Der Schalter steht bei ihm auf Haupt, der Aktionsradius gern auf Simultan. Er analysiert & interpretiert leidenschaftlich Geschäftsmodelle. In Workshops als auch Vorträgen geht es dabei rund um das Thema „Preparing for Tomorrow“. Dabei zeigt er gern, dass Geschäftsmodelle auch leicht auf andere Branchen übertragbar sind.
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